BIN ICH BELEHRBAR ?

Die Bibel lehrt mich, dass ich lieber belehrbar bleibe, als durch Stolz zu Fall zu kommen.

«Warum hat er seine Socken auf dem Boden liegen lassen? Ich hätte die direkt in den Wäschekorb geworfen, so wäre alles schon wieder aufgeräumt.» oder: «So wie sie das formuliert hat, könnte man XY verstehen. Ich hätte dies so und so gesagt, so gäbe es kein Missverständnis.»
Ich ertappe mich manchmal dabei, wie ich andere Menschen beurteile. Und Gedanken durch meinen Kopf gehen, wie oben beschrieben. Manchmal bin ich zu kritisch und denke von mir, dass ich etwas besser wüsste oder besser machen würde als diese oder jene Person.

Ich mag ja damit recht haben, dass die Socken direkt in den Wäschekorb geworfen werden könnten. Aber worüber ich hier schreibe, geht tiefer als die Sachebene. Nämlich: Was passiert in meinem Herzen? Ich nerve mich und erhebe mich in diesem Moment über die betroffene Person. Ich halte mich für etwas besseres. Was in diesem Moment Zutritt zu meinem Herzen erhält, gefällt Gott nicht.

Was ist das Gegenteil davon? Demut und Belehrbarkeit. Einsicht und Weisheit. Es gibt viele Bibelstellen, die das bestätigen. Beispielsweise in den Sprüchen:

Stolz führt zum Sturz
und Hochmut kommt vor dem Fall! Sprüche 16.18

Wo Hochmut ist, da ist auch Schande;
aber Weisheit ist bei den Demütigen. Sprüche 11.2

Nur ein unverständiger Mensch verachtet die Erziehung seiner Eltern;
wer sich ermahnen lässt, ist klug.
Sprüche 15:5

Wer weisen Herzens ist, nimmt Gebote an;
wer aber ein Narrenmaul hat, kommt zu Fall. Sprüche 10.8

Nur ein Dummkopf lehnt Weisheit ab
und will sich nicht erziehen lassen. Sprüche 1.7

Hier wird sogar erwähnt, dass eine weise Person, sich gerne belehren lässt. Und nur ein Dummkopf nicht. Hui. Da kommt mir eine persönliche Situation in den Sinn: Wo man liebt und lebt, passieren auch Fehler – so auch in meiner Beziehung zu meinem Mann. Wenn ich mal sauer reagiere und er mir nach der Versöhnung sagt, dass ich doch mit meiner Stimme nicht laut werden muss, höre ich das nicht gerade mit Freude ;) Und anstelle zu kontern: «Und du musst besser auf deine Worte achten!»,  und so die nächste Diskussion zu starten, wäre es weise, dankbar für seinen Rat zu sein und ihn in mein Herz sacken zu lassen. So wird nämlich der Same gesät, um in der nächsten ähnlichen Situation, meine Stimme ruhig halten zu können. Ich bin nämlich davon überzeugt, dass ein weiser Rat ein Same ist und die empfangende Person entscheidet, ob dieser Same auf fruchtbaren Boden fallen und so eine Veränderung bewirken darf oder nicht. Wie gehst du mit Ratschlägen um?

Mit den obenstehenden Bibelversen wird mein Herz überführt und auf den richtigen Weg gelenkt. Diese Verse zeigen mir wieder, wie wichtig es ist, mich nach Gott auszurichten und nach Weisheit zu streben. Sie erinnern mich, dass ich lieber belehrbar bleibe, als zu Fall zu kommen. Klammer auf: Übrigens sind auch Minderwertigkeitsgedanken nicht von Gott. Vergleiche mit anderen führen dazu, dass ich entweder besser oder schlechter abschneide. Aber weder mich über andere zu erheben, noch mich ungenügend zu fühlen, sind Gedanken von Gott. Klammer zu.

Wenn wir voneinander lernen, soll es nicht ein Vergleichen und Messen sein. Es ist ein Mitfreuen, worin mein Gegenüber stark ist und ein Ansporn für mich, selber im Guten zu wachsen.

Und nun, liebe Freunde, lasst mich zum Schluss noch etwas sagen:
Konzentriert euch auf das, was wahr und anständig und gerecht ist.
Denkt über das nach, was rein und liebenswert und bewunderungswürdig ist,
über Dinge, die Auszeichnung und Lob verdienen.
Phil. 4.8

Wow. Während ich das schreibe, bin ich neu motiviert, wirklich belehrbar und demütig zu sein.
Ich will Jesus immer ähnlicher werden und wenn meine Mitmenschen etwas in meinem Leben sehen, das Gott nicht ähnlich ist oder das ich aufräumen muss, will ich das unbedingt tun. Ich will mich belehren lassen. Denn was ans Licht kommt, bringt neue Freiheit für mich.

Und ich will das Gold in meinen Mitmenschen sehen. Meinen Blick darauf richten, was Gott in diese Person hineingelegt hat. So wächst eine Freude an der wunderbaren Schöpfung, die vor mir steht. Und sollte tatsächlich mal was sein, was ich bei meinem Gegenüber ansprechen soll –  die Bibel spricht auch von Ermahnung – will ich das in der Liebe Jesu tun.
Wenn wir voneinander lernen, soll es nicht ein Vergleichen und Messen sein. Es geht nicht darum, wer besser abschneidet. Es ist ein Mitfreuen, worin mein Gegenüber stark ist und ein Ansporn für mich, selber im Guten zu wachsen.

Hier noch drei Gedanken von mir:

  1. Das grösste Vorbild in Demut ist Jesus. Er ist Gott und machte sich trotzdem ganz klein als Menschenkind. Er gab seinen Anspruch auf Macht und Stärke auf. Er kämpfte nicht für sein eigenes Recht. Und warum? Weil sein Ziel es war, uns zu retten. Er verzichtete unseretwegen auf sein Wohlbefinden. Selbstlosigkeit pur.
  2. Demut ist ein Lebensstil, der in jedem Lebensbereich als Basis für Entscheidungen und Handlungen liegt. Demut ist eine Grundhaltung, die man mit dem Satz: «Es geht nicht um mich.» zusammenfassen könnte. Mit dieser demütigen Grundhaltung, fällt das beurteilen anderer auch plötzlich fort. Vergleichen fällt weg. Ich sehe uns alle auf einem Weg, Gott ähnlicher zu werden. Und Gottes Gnade ist weit wie der Himmel, wenn wir ihn darum bitten. Für mich und für jeden.
  3. Achtsam zu sein, wo ich im Alltag was lernen konnte und wo ich noch mehr lernen möchte. Wenn ich weiss, wo ich noch wachsen will – beispielsweise in Geduld mit den Socken – bleibe ich demütig. Denn meine Geduld wächst nicht von mir heraus. Ich finde sie in und durch Gott. So erinnert mich meine Schwäche daran, wie stark ich Gott brauche. Das macht mich demütig.

 

Wie lauten deine Tipps, um demütig und belehrbar zu bleiben? Das interessiert mich von Herzen, lass mich von dir lernen. :)

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