DIE ENTSCHEIDUNG 1/3

Gott ist mit dir, wenn du den Weg mit ihm gehst. Er kann unsere Herzen auf eine Art und Weise vorbereiten, wie niemand sonst.

Wie bereits in den Beiträgen «LASS WIND IN DEINE SEGEL» und «HALLO VERÄNDERUNG» angekündigt, erzähle ich nun, wie wir die Entscheidung getroffen haben, umzuziehen.

Mehr als ein Jahr waren wir auf der Suche nach einer passenden Wohnung für unsere Familie. Wir träumten von Naturnähe, mindestens vier Zimmern in einer hellen Wohnung. Diverse Angebote haben wir geprüft, viele Wohnungen besichtigt, Absagen erhalten oder selber abgesagt. Langsam waren wir frustriert nach der erfolglosen Suche. Im Gebet haben wir die Situation immer wieder vor Gott gebracht.

Im August 2021 verbrachten wir einige Tage bei meinen Schwiegereltern in Lauenen und kurz vor der Abfahrt durchzuckte mich der Gedanke: «Was wäre, wenn ihr hier in Lauenen wohnen würdet.» Alles in mir vertrieb den Gedanken sofort wieder. Wir sind doch zufrieden in Thun und unserem Leben dort. Vielleicht zur Pensionierung nach Lauenen ziehen….aber ganz tief in mir spürte ich, dass da was auf uns zukommen würde. Ich hatte Angst, dem Gedanken mehr Raum zu lassen. Aber etwas in mir, trieb mich dazu, im Auto zurück nach Thun, meinem Mann von meinen Gedanken zu erzählen. Und er sagte nur: «Ach, du hast dasselbe gedacht?», ich wusste, dass es jetzt eigentlich entschieden ist. Wir beide wussten es. Aber mein Herz war noch nicht bereit dazu. Und ich spürte, wie mir Gott eine Ruhe ins Herz schenkte, ohne Stress, einen Schritt nach dem andern gehen zu dürfen.

Wir beteten immer wieder gemeinsam zu Gott über die Situation und baten um Klarheit und Führung. Wir sprachen mit unseren Eltern und mit Freunden. Liessen die Gefühle kommen und gehen. Manchmal war die Spannung kaum auszuhalten – werden wir nun gehen oder werden wir bleiben? Mit allen weiterführenden Fragen, wie: «Werde ich meinen Job behalten können?», «Werde ich so nahe bei den Bergen leben können? Und so fern von Einkaufsläden, Beizli, um schnell mit jemandem «eis ds näh», usw.?». Wo wir wohnen würden, war bereits damit geklärt, dass meine Schwiegereltern ein Haus mit zwei Wohnungen besitzen und wir dadurch die Möglichkeit hätten, in die eine Wohnung einzuziehen.

An einen entscheidenden Spaziergang mit meinem Mann erinnere ich mich sehr gut. Wir beteten gemeinsam und fragten Gott ganz direkt: «Sollen wir weiterhin in Thun eine Wohnung suchen?» Die Antwort spürten wir beide unmittelbar: «Nein.» Mit Nervosität und auch ein bisschen Angst fragten wir: «Wird es aber noch in der Schweiz sein?». Auch hier hatten wir beide den Eindruck: «Ja.», «Im Kanton Bern?» fragten wir weiter und «Ja.» war wieder die Antwort. Und wir beide spürten ganz stark, dass es weiter ins Berner Oberland gehen wird. Dass wir beide dasselbe gehört oder gespürt hatten, war sehr beruhigend und bestätigend.

Im Februar hielten wir die Spannung fast nicht mehr aus. Wir merkten, wie unser Innenleben eigentlich schon auf Lauenen umgestellt hat. Und würden wir nun doch in Thun bleiben, würde sich das nicht richtig anfühlen. Wir haben gemerkt, dass die Entscheidung eigentlich in diesem letzten halben Jahr, seit unseren Ferien im August, immer klarer wurde. Mittlerweile auf der Hand liegt. Nur noch ausgesprochen werden muss. Gott hat an unseren Herzen gearbeitet. Es war eine Erleichterung, nun endlich die Entscheidung getroffen zu haben.

Für mich vergleichbar, wie eine Schwangerschaft. Die Nervosität, nun allen davon berichten zu dürfen. Man sieht noch nichts, kann sich eigentlich noch nicht wirklich vorstellen, wie alles wird und doch spürt man tief innen die Realität davon. A propos Schwangerschaft: Zu diesem Zeitpunkt war ich tatsächlich schwanger, im vierten Monat.

Jeder kleine Schritt Überwindung löst wieder Kraft aus für deinen nächsten Schritt. Also gehe diesen ersten kleinen Schritt.

Und erst jetzt beim Durchlesen wird mir bewusst, dass wir die Entscheidung allein aufgrund des Reden Gottes gefällt haben. Vor aller Sicherheit wie Arbeitsstellen, bestätigte Wohnung, usw. Wir liessen uns auf das Abenteuer inklusive Unklarheiten ein, so wie er uns führen würde. Wir liessen alles los und vertrauten, dass er etwas Gutes für uns bereit hält.

Danke vielmals durfte ich dies schriftlich verarbeiten und hast du bis hierhin mitgelesen. :) Hier einige Fragen, die ich mir gestellt habe. Ich möchte sie auch dir stellen, vielleicht helfen sie dir in deinem Prozess?

-Gibt es Bereiche in deinem Leben, die dich frustrieren und du dir einen Durchbruch wünschst? Ich möchte dich ermutigen, deine Situation immer wieder vor Gott zu bringen. Er hört dich und sieht dich. Und noch wichtiger: Er antwortet!

-Gibt es Gedanken, die du aus Angst verdrängst? Und doch tief in dir die Frage herumschwirrt: «Was wäre wenn….?» Höre genauer hin und teile deine Gedanken mit jemandem, dem oder der du vertraust. Und sei dir sicher: Gott ist mit dir, wenn du den Weg mit ihm gehst. Er kann unsere Herzen auf eine Art und Weise vorbereiten, wie niemand sonst.

-Wo hast du Themen in deinem Leben, die für dich innerlich klar sind, aber noch auf eine äussere Handlung warten? Beispielsweise möchtest du dich taufen lassen? Deinen Job kündigen, der dir schon lange nicht mehr passt? Vielleicht auch nur damit starten, wöchentlich ein Workout abzuschliessen oder etwas weniger Süsses zu essen? Oder möchtest du schon lange dieses eine Buch lesen? Kannst du vielleicht heute noch einen Schritt in diese Richtung gehen? Jeder kleine Schritt Überwindung löst wieder Kraft aus für deinen nächsten Schritt. Also gehe diesen ersten kleinen Schritt…

Bis bald, im nächsten Beitrag «Jetzt gilt’s ernst 2/3».

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4 Comments
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Alle Kommentare
Mami
Mami
6 Monate vorher

Sehr berührend 🫶🥲

Maya
Maya
6 Monate vorher

Herz-Dank für den Einblick in euren Entscheidungsprozess und deine wertvollen Gedanken dazu! Hänge grad an der Infusion und habe viel Zeit zum nachdenken;-)

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