HAT DIE BIBEL WIRKLICH WAS ZU SAGEN?

Doch irgendwie waren diese letzten Monate anders, diese Phase des nicht-Lust-auf-Bibel war langanhaltend. Mir kam dieses Bibellesen anstrengend vor.

Dieses Buch – die Bibel – begleitet mich von klein auf. Als Kind hatte ich eine Bibel mit Zeichnungen und meine Eltern erzählten daraus spannende Geschichten. Eine prägende Erinnerung meiner Kindheit werde ich wohl mein Leben lang nicht vergessen: Wenn ich morgens müde in die Küche kam, um dann in die Schule zu gehen, sass meine Mutter mit einer Tasse Kaffee und aufgeschlagener Bibel am Tisch und las. Sie schenkte dem Bibellesen besondere Aufmerksamkeit, es musste wichtig für sie sein, denn sie hätte ja einfach länger im Bett bleiben können…

Grundsätzlich bin ich es gewohnt, täglich in der Bibel zu lesen. Weil es mich innerlich zur Ruhe bringt. Weil es mich inspiriert und ich so mehr über Gott und seine Gedanken lernen kann. Weil ich lerne, wie ich mein Leben gestalten kann. Aber in den letzten Monaten hat sich was verändert. Ich las viel lieber in einem anderen Buch, bereitete noch was für unser kommendes Baby vor oder ging spazieren. Solche Momente kannte ich schon aus früheren Zeiten und ich entschied mich dabei jeweils, trotzdem zuerst Bibel zu lesen, wenigstens ein Kapitel oder einen Psalm. Dies aus dem Grund, um Fokus zu erhalten und damit meinem Entscheid „Gott an erster Stelle“ Handeln zu schenken.

Doch irgendwie waren diese letzten Monate anders, diese Phase des nicht-Lust-auf-Bibel war langanhaltend. Mir kam dieses Bibellesen anstrengend vor, aber ich hatte ein schlechtes Gewissen und fühlte mich schuldig, wenn ich es nicht tat. Hast du das auch schon erlebt? Nach einigen Wochen hielt ich dieses innere Hin und Her nicht mehr aus und fragte Gott, was er dazu sagt: „Muss ich mich schuldig fühlen, wenn ich bewusst nicht in der Bibel lese?“ Folgendes war meine Erkenntnis:

Joh 15: Bleibt mit mir vereint, dann werde auch ich mit euch vereint bleiben.
Nur wenn ihr mit mir vereint bleibt, könnt ihr Frucht bringen,
genauso wie eine Rebe nur Frucht bringen kann, wenn sie am Weinstock bleibt.
Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben.
Wer mit mir verbunden bleibt, so wie ich mit ihm, bringt reiche Frucht.
Denn ohne mich könnt ihr nichts ausrichten.

Jesus ist also der Ursprung von allem, was aus uns herauskommt, er ist die Quelle für unser Leben. Aus der Verbundenheit zu ihm bin ich alles. Wie können wir aber mit ihm vereint sein und bleiben? Die Verbundenheit beginnt damit, dass ich Jesus in mein Leben aufnehme und ihm erlaube, mir reinzureden. Diese Verbundenheit wird dann durch die Beziehung zwischen ihm und mir genährt und bestärkt. Eine Beziehung kann auf verschiedene Wege gepflegt werden – denk mal an eine wichtige Person in deinem Leben. Wie pflegst du diese Beziehung? Am besten geschieht dies doch durch gemeinsames Zeitverbringen, beispielsweise ein Gespräch oder ein gemeinsames Erlebnis. So ist es auch mit Jesus. Du kannst ihm jederzeit alles sagen und mit ihm sprechen (Gebet) oder du kannst ihn durch das Bibellesen besser kennen lernen und ihm begegnen usw.
Ihm ist also in erster Linie die Verbundenheit wichtig. Er liebt mich und die Beziehung zwischen ihm und mir ist ihm wichtiger als mein stures Bibellesen als Leistungsdruck. Er hat mir in dieser Zeit nochmals deutlich gezeigt, wie er da ist, wenn ich aufwache und er mir Freude für den Tag in mein Herzen setzt oder wenn ich beispielsweise das Badezimmer putze, und dabei mit ihm rede. Egal was ich tue, ob ich die Wäsche bügle oder auf dem Sofa ein anderes Buch lese, er ist da und Teil von meinem Leben. Die Verbundenheit zwischen Jesus und mir ist beständig! Er hat mich erwählt, ich kann einfach in seiner Liebe bleiben und muss nichts als Gegenleistung tun.

Welch eine Erleichterung! Das nahm mir meinen Stress bezüglich Bibel lesen: Es hat also nichts mit «schuldig» oder «nicht schuldig» zu tun, ob ich in der Bibel lese oder nicht. Die Bibel ist einfach einer von verschiedenen Wegen, den ich nutzen kann, um mit Gott in Verbundenheit zu leben.

Wenn wir ein Leben nach Gottes Willen führen wollen, ist die Bibel die beste Anleitung dazu.

So begann eine Zeit von mehreren Wochen, in denen ich gar nicht in der Bibel las. Weil ich ja nicht musste. Und dann erkannte ich etwas: Ich musste ja auch zuvor nie Bibel lesen und trotzdem hat es mir damals Freude bereitet. Und ich vermisste das Bibellesen eigentlich sehr, das Eintauchen in die Worte und mein ruhiges und verändertes Herz nach dem Lesen. Es sind nicht nur Worte, sondern ich kann durchs Lesen Gott begegnen und ihm nahe sein. So wurde in mir ein Hunger wach, die Bibel wirklich zu lesen und sie zu kennen. Nicht, um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen, weil Gott irgendwie erwarten würde, dass ich Bibel lese. Sondern weil ich Gott begegnen will, es wirklich mein Leben verändert und ich meinen Tag unterschiedlich lebe, wenn ich gelesen habe oder nicht. Weil die Bibel wirklich mehr ist als nur gedruckte Worte und sie so kraftvoll und lebendig ist! Praktische Beispiele wie die Bibel meinen Alltag verändert, werde ich in nächster Zeit auf dieser Webseite veröffentlichen.

Um die Titelfrage also zu beantworten: Die Bibel hat definitiv was zu sagen! Denn sie verändert meinen Alltag. Aber wenn ich nur aus schlechtem Gewissen heraus lese, verpasse ich vielleicht eine Begegnung mit Gott und entdecke die Schätze in diesem Buch gar nicht. Es geht also um mehr, als einfach nur zu lesen – es kann unser Leben tatsächlich verändern. Als Helfer steht uns der Heilige Geist zur Seite, wir können ihn bitten, uns das Herzen Gottes durch die Bibel zu zeigen. Beispielsweise mit einem Gebet: «Heiliger Geist, zeige mir heute etwas über Gott.». Und ich habe schon oft erlebt, wie mir dann ein Bibelvers in die Augen stach und mein Herz berührt wurde. Wenn wir ein Leben nach Gottes Willen führen wollen, ist die Bibel die beste Anleitung dazu.

Hier einige Fragen zu dir und deiner Bibel:

  • Wie liest du deine Bibel? Weißt du, wo sie gerade liegt?
  • Wie ist deine Einstellung zur Bibel? Liest du aus schlechtem Gewissen oder aus Freiheit?
  • Glaubst du, dass du Gott durch die Bibel begegnen kannst? Und dass dein Leben durchs Lesen verändert werden kann?

 

Kennst du übrigens folgende sechs spannende Fakten über die Bibel:

  1. Meistgedrucktes, am häufigsten übersetztes und am weitesten verbreitetes Buch der Welt
  2. Nicht ein einziges Buch, sondern eine kleine Bibliothek, in welcher 66 Einzelbücher vorhanden sind
  3. Von etwa 40 Schreibern verfasst, aus verschiedenen Zeitepochen und unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten
  4. Entstand in einem Zeitraum von ca. 1500 Jahren. (Das Alte Testament wurde im Zeitraum von ca. 1400 – ca. 400 v. Chr.  auf hebräisch und aramäisch verfasst. Das Neue Testament wurde zwischen 30 und ca. 95 n. Chr. in griechischer Sprache verfasst.)
  5. Vom Neuen Testament sind etwa 5400 griechische Handschriften erhalten. Im Vergleich: Bei griechischen und lateinischen Klassikern wie Plato, Cicero oder Cäsar, muss man froh sein, wenn man für ein bestimmtes Werk nur ein Dutzend Manuskripte hat.
  6. Im Jahr 1947 fand man in den Höhlen von Qumran eine 7,34 Meter lange Schriftrolle aus dem 2. Jahrhundert vor Christus. Es war das Buch Jesaja aus der Bibel. Dieser Fund war sensationell, da dieser Text etwa um 1000 Jahre älter war als alle bisher bekannten Jesajatexte und ihnen dennoch aufs Haar glich.
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Betty
Betty
3 Jahre vorher

Danke für deine mega Ermutigung. Finde es so schön, dass wir die Bibel lesen dürfen, nicht aus Zwang sondern aus freiem Willen. Und das Gott uns auch die Leidenschaft dafür gibt. Es ist mega schön, ihm in seinem Wort zu begegnen und Worte zu haben, mit denen er uns ausfüllt. Be blessed. <3

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