INSTAGRAM & CO

Du bist geliebt und bist voller Gaben und Talente, voller Farbe und Wunder. Und Instagram darf dein persönliches und eigenes nicht verdrängen, nicht kleinmachen.

Ich liebe die vielen tollen Fotos, die auf Instagram & Co zu finden sind. Ich geniesse es, die Bilder anzuschauen und inspiriert zu werden. Besonders liebe ich Beiträge von Menschen, die ich persönlich kenne, so fühle ich mich verbundener und kann Anteil an ihrem Leben nehmen.

Ich selber finde es eher schwierig, eigene Posts zu schreiben. Ich denke oft: «Ist dieses Foto wirklich gut genug?» oder «Was kann ich zu diesem Bild schreiben?» oder «Wie formuliere ich genau, was ich meine?». So habe ich Ewigkeiten, bis ich mal etwas poste. Darum überlegte ich mir vor etwa einem Jahr, Instagram zu löschen. Stattdessen sagte mir Gott, ich soll einfach eine zweiwöchige Pause einlegen und ihn in diesem Thema suchen. Spannend, dass Gott eigentlich immer einen Weg gehen will, der viel tiefer ist und zu mehr Fruchtbarkeit führt, als ich es mir ausmale. In diesen zwei Wochen Pause hat er immer wieder mal zu mir über Instagram & Co gesprochen. Hier in vier Punkten zusammengefasst: (Einfachheitshalber schreibe ich in diesem Beitrag nur noch von Instagram, meine damit aber sämtliche Social Media.)

Es geht um Macht. Herrscht Instagram über mich? Muss ich immer wieder überprüfen, wer was gepostet hat, um ja nichts zu verpassen? Oder herrsche ich über Instagram und kann Zeiten definieren, in denen ich es aufrufe?

Es geht um Identität. Fühle ich mich geliebt, wenn ich viele Likes und Kommentare erhalte? Oder wenn mir viele folgen? Und andererseits abgelehnt? Entscheidet Instagram, ob ich geliebt oder abgelehnt bin? Oder lasse ich Gottes Stimme lauter sein, dass er mich liebt, wie ich bin?
Warum nutze ich Instagram? Fühle ich mich dadurch weniger einsam? Verdränge ich vielleicht durch den Konsum mein reales Leben? Ist es eine Flucht, mich nicht mit mir auseinander setzen zu müssen? Oder muss ich auf dieser Plattform etwas darstellen? Zeigen, wie toll mein Leben ist? Und warum?

Es geht um Kreativität. Werde ich inspiriert, Neues auszuprobieren und selber umzusetzen? Oder wird durchs Scrollen direkt die Luft aus mir rausgelassen, mich selber kreativ zu betätigen oder es überhaupt zu versuchen? Werde ich frustriert, vielleicht durch Gedanken wie: «Lettering kann diese und diese Person eh besser als ich, ich versuche es lieber gar nicht.»?

Es geht um Vorbilder. Von wem lasse ich mich beeinflussen? Weil beeinflusst werde ich durch alles, was ich sehe und höre. Wir müssen unbedingt Grenzen setzen, durch wen und welche Inhalte wir uns beeinflussen lassen. Folge ich querbeet allen, die ein schönes Profil haben? Oder prüfe ich, wer mein Leben prägen darf? Und welches Vorbild bin ich für andere durch mein Profil?

Es gibt einen Du-förmigen Platz für dich, den niemand anders ausfüllen kann.

Ich bin überhaupt nicht gegen Social Media, im Gegenteil. Ich kann so mit Freunden in Kontakt bleiben, werde über Neuigkeiten informiert, wie beispielsweise über ein neues Café in der Nachbarschaft usw. Ich glaube aber, dass Instagram seine Tücken und Nebenwirkungen haben kann. Ich habe gelernt, dass Instagram mir dienen muss und nicht ich Instagram. Bitte nimm dir doch die Zeit, dir Gedanken über obige Fragen zu machen, wie du Instagram nutzt. Und ich möchte dich dazu auffordern, deine persönlichen Massnahmen zu treffen. Beispielsweise durch deine abonnierten Profile zu scrollen und wirklich zu prüfen, wem du folgen möchtest und wem nicht. Es gibt ja auch die Möglichkeit, Profile auf «stumm» zu schalten.
Und vielleicht kommst du auch super mit Instagram zurecht und postest voller Leichtigkeit. Dann weiter so. Ich will dir keine Last mit diesem Beitrag auferlegen.

Ich bin davon überzeugt, dass es unseren Aktivismus erfordert, Gottes Stimme lauter als Instagram & Co sein zu lassen. Beispielsweise die Zeiten auf Instagram zu kürzen, dafür aber mehr im Wort Gottes zu lesen. Sich vor dem Aufrufen der App, Gottes Liebe bewusst werden zu lassen.

Du bist eine eigenständige Person, individuell erschaffen nach Gottes Plan. Und er macht keine Fehler. Du bist geliebt und bist voller Gaben und Talente, voller Farbe und Wunder. Und Instagram darf dein Persönliches und Eigenes nicht verdrängen, nicht kleinmachen. Instagram darf deine Kreativität und dein Ausprobieren nicht stoppen oder behindern. Du hast auch Inspirationen aus deinem Leben und wichtige Dinge zum Weitergeben. Du hast eine Stimme, die wichtig ist. Es gibt einen Du-förmigen Platz für dich, den niemand anders ausfüllen kann. Also sei mutig und lebe, probiere neue kreative Dinge aus. Hast du schon mal auf Leinwand gemalt? Hast du dir schon mal einen Lettering-Stift gekauft und damit geschrieben? Hast du schon mal versucht, ein Lied zu schreiben? Oder ein Gedicht? Wenn du etwas gefunden hast, das dir Freude bereitet, bleib dran – Übung macht den Meister.

Und der wichtigste Gedanke zum Schluss: Unser Leben findet ausserhalb Instagram & Co statt. Schauen wir also nicht zu sehr darauf, einen makellosen, perfekten Eindruck im Internet zu hinterlassen. Oder möglichst viele virtuelle Freunde zu finden. Sondern lass uns im realen Leben auf unser Herz achten und liebevoll im Umgang mit anderen sein und dort unsere Freundschaften pflegen. Es ist wichtiger, wie es in dir aussieht, als wie du von aussen wirkst. Und lieber zwei, drei echte Freunde als Hunderte im Internet. Lassen wir Gott unsere tiefsten Bedürfnisse stillen und unser Leben mit unseren Möglichkeiten so gestalten, dass Instagram & Co unsere Bedürfnisse nach Beziehung und Abenteuer gar nicht mehr stillen muss.

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