LASS WIND IN DEINE SEGEL

Ein Schiff ist nicht dazu gedacht, nur im Hafen zu stehen. Es wurde geschaffen, um Meere zu überqueren und neue Orte zu erreichen.

Ein Segelschiff hat seine Segel, um sich fort zu bewegen. Es kann sie hissen und so durch die Kraft des Windes angetrieben werden. Ein Schiff ist nicht dazu gedacht, nur im Hafen zu stehen. Es wurde geschaffen, um Meere zu überqueren und neue Orte zu erreichen.
Wenn du schon mehrere meiner Beiträge gelesen hast, weisst du, dass ich Metaphern liebe :) Darum mache ich nun gerne den Bezug zu dir und mir: Hast du dich durch oben stehende Sätze irgendwie angesprochen gefühlt? Haben sie dich vielleicht herausgefordert? Hier noch etwas persönlichere Worte:
Öffne deine Segel – du bist dafür gemacht, mitten auf dem Meer zu segeln. Lass dich von Gottes Wind, seinem Geist, antreiben. Damit du Gott immer ähnlicher wirst und dein verheissenes Land erreichen kannst. Ob du sie das erste Mal öffnest oder durch vergangene Enttäuschungen eigentlich lieber geschlossen hältst – wage es! Auch wenn da Spinnweben rausfallen oder andere Hindernisse überwunden werden müssen. Hisse deine Segel und spür den frischen Wind!

Seit ich klein bin, träume ich davon, an verschiedenen Orten zu leben. Einige Zeit hier, einige Zeit da. Und mein Leben ganz Jesus hinzugeben. Aus meinem jugendlichen Enthusiasmus ging ich mit einem Team nach Köniz, um dort Menschen zu dienen (mehr dazu im Blogbeitrag «Ruhe und Frieden«). Wie du nachlesen kannst, verlief nicht alles wie ich es mir gewünscht hatte. Als Ehepaar versuchten wir etwas anderes, was aber auch nicht dahin führte, was wir uns vorstellten (siehe Blogbeitrag «Leben deine Träume noch?»). In mir waren plötzlich Bitterkeit und Enttäuschung spürbar.

Und doch wusste ich tief in mir, dass ich/wir wieder weiterziehen werden. In ein neues Projekt oder an einen neuen Ort. Wie eine schwache Flamme, die trotz meiner Erschöpfung und auch Enttäuschung, einfach nicht aufhörte zu brennen: «Hier ist nicht meine Endstation. Wir werden an einen neuen Ort weiterziehen. Es wird wieder Neues kommen.»
Meine Gefühle diesbezüglich waren aber angsterfüllt, alles in mir schreckte davor zurück. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie das nach meinem Erlebten möglich werden könnte. Weil ich nicht wusste, ob ich eine erneute Enttäuschung verkraften könnte. Nochmal Freunde und Vertrautes hinter mir lassen, nochmal ins Ungewisse. Und zudem hatten wir keine offenen Türen, wo etwas Neues entstehen oder hinführen könnte. So verbrachten wir die letzten zwei, drei Jahre: Suchend. Aber nicht nur unsere Wohnungssuche war erfolglos, sondern auch andere Lebensbereiche fühlten sich an, wie in einer Sackgasse: «Was sollen wir tun? Wohin sollen wir gehen?» Bist du auch gerade in einer Dürrezeit oder Wartezeit? Halte durch und vor allem: Halte dich an Gott. Folgende Bibelstelle in Jakobus 1.2-8 soll dir als Ermutigung dienen:

Liebe Brüder und Schwestern!
Betrachtet es als besonderen Grund zur Freude,
wenn euer Glaube immer wieder hart auf die Probe gestellt wird. Ihr wisst doch, dass er durch solche Bewährungsproben fest und unerschütterlich wird.
Diese Standhaftigkeit soll in eurem ganzen Leben ihre Wirkung entfalten, damit ihr in jeder Beziehung zu reifen und tadellosen Christen werdet, denen es an nichts mehr fehlt.
Wenn es jemandem von euch an Weisheit mangelt zu entscheiden, was in einer bestimmten Angelegenheit zu tun ist, soll er Gott darum bitten, und Gott wird sie ihm geben.
Ihr wisst doch, dass er niemandem sein Unvermögen vorwirft und dass er jeden reich beschenkt.
Betet aber im festen Vertrauen und zweifelt nicht;
denn wer zweifelt, gleicht den Wellen im Meer,
die vom Sturm hin- und hergetrieben werden.
Ein solcher Mensch kann nicht erwarten,
dass der Herr ihm etwas gibt.
In allem, was er tut,
ist er unbeständig und hin- und hergerissen.

Nimm den Schritt aus deiner Komfortzone und rein ins Vertrauen in Gott. An diesen Ort, wo du nur noch auf dem Vertrauen in Gott stehst.

Vor ungefähr einem halben Jahr haben wir endlich eine Richtungsweisung erhalten. Zuerst war es ein kurzer Gedanke, der sich aber in der Zeit seither immer mehr gefestigt hat und nun zu einer Entscheidung unsererseits geführt hat. Aber die Jahre davor waren geprägt von ausharren, hoffen, loslassen. Und manchmal war es auch ganz bequem in unserem «Hafen»: Wollen wir überhaupt eine Veränderung? Doch immer wieder haben wir uns entschieden, unsere Segel zu öffnen. Und plötzlich haben wir den Wind gespürt, wohin unsere Reise führen würde. Ich möchte noch nicht verraten, wie unser Entscheid nun genau aussieht. Vielleicht im nächsten Beitrag. Dieser Beitrag soll einfach eine Ermutigung sein für dich und dich vielleicht auch ein bisschen herausfordern. Hör in dich, hör auf Gott – mit einem aufmerksamen Herzen. Kann es sein, dass mehr auf dich wartet?

  1. Brennt auch in dir eine schwache Flamme – ein Wunsch, ein Traum – der einfach nicht ganz erlischt? Auch wenn der Weg dorthin oder deine Gefühle so gar nicht mitspielen? Das kann körperliche Gesundheit bedeuten, ein Hobby, das du vielleicht vertiefen oder ein Projekt, das du starten möchtest. Oder wie bei uns einfach in etwas Neues zu gehen.
  2. Prüfe es mit Gott gemeinsam. Sollst du es weiterverfolgen, abändern oder loslassen? Quasi à la «take it, change it or leave it».
  3. Wenn du es weiterverfolgen sollst, dann halte daran fest! Gib nicht auf. Halte durch. Nimm den Schritt aus deiner Komfortzone und rein ins Vertrauen in Gott. An diesen Ort, wo du nur noch auf dem Vertrauen in Gott stehst. Du wirst viel mehr als dein Ziel erreichen! Du wirst Standhaftigkeit bekommen, sicher sein und überzeugt. Voller Stärke wirst du daraus erwachsen. In und durch Jesus.

Ich würde mich sehr freuen, von dir zu lesen. Steht dein Schiff noch im Hafen, sortierst du gerade deine Segel? Machst du dich bereit, sie zu hissen? Oder bist du schon auf freier Fahrt mitten auf dem Meer?

Kurzer Gedanke zum Schluss: Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir immer wieder im Leben und in unterschiedlichen Bereichen an diesen Punkt kommen werden: «Stehenbleiben oder Weitergehen?». Und dabei wünsche ich mir ein lebendiges Herz, das immer wieder Gottes Willen sucht und bereit ist, ihn zu tun.

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Anja
Anja
2 Jahre vorher

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