LEBEN IM PLAN B ?

Bei Jesus kann ich alles deponieren, komme zur Ruhe und höre, was Gott zu mir sagt. Dies hilft mir, meine Gefühle zu sortieren und ins richtige Licht zu stellen.

Gefühlt «alle» in meinem Umfeld sind schwanger oder haben vor Kurzem ein Baby bekommen. Wenn nicht herzigste Family Fotos Instagram füllen, dann Bilder von Hochzeitstagen mit den liebsten Kommentaren dazu (denn, die Hochzeiten in meinem Umfeld sind schon längst vorbei, jaja so «alt» bin ich bereits ;) ).

Dann kam das Jahr 2020 – yes ein neues Jahr! Kurz später der Lockdown mit der Empfehlung «Bleiben Sie zu Hause und treffen Sie möglichst niemanden!» – nicht gerade meine Stärke und vor allem nicht das, was ich mir für diese Zeit vorgestellt habe. «Gut, dann hätte ich jetzt Zeit einen netten Mann kennen zu lernen!», dies war meine Idee aber nix passierte!

An Ostern folgte das Osterhasenbild im Familychat mit der Nachricht, dass das nächste Baby unterwegs ist (ah übrigens, war dies bereits das zweite angekündigte Baby fürs 2020 innerhalb meiner Familie…). Gut, damit habe ich gerechnet. Als mir dann aber mein jüngster Bruder einige Wochen später am Telefon verkündete, dass sie auch Eltern werden, da wurde es mir für den Moment etwas zu viel. Als Älteste von vier Kindern, alle meine Brüder verheiratet, jeder bekommt dieses Jahr ein Baby – «Hallo Leben, was läuft hier eigentlich gerade falsch?!» Auf diese Nachricht habe ich mich um 21.30 Uhr bei Freunden zu einem Drink eingeladen. »Was? Die ersäuft ihren Frust im Alkohol!», denkst du jetzt vielleicht?!

Oh, keine Angst, so ist es gar nicht, aber ich habe gelernt, dass mir in solchen Situationen das Alleinsein gar nicht gut tut, da ich sonst in mein Pool von Selbstmitleid nicht nur baden, sondern eher wellnessen gehe. So raufte ich mich zusammen und ging zu meinen Freunden. Dort gab ich dem Schmerz Raum und liess ihn zu. Danach sah meine Welt schon nicht mehr so schlimm aus.

Auch gehe ich mit dem Schmerz und all diesen Gefühlen, die für mich oft schwierig zu benennen sind, zu Jesus. Hier kann ich alles deponieren, komme zur Ruhe und höre, was Gott zu mir sagt. Dies hilft mir, meine Gefühle zu sortieren und ins richtige Licht zu stellen.

Es hat Zeiten gegeben, in denen musste ich mich alle paar Tage „neu“ sortieren, aufstehen und weitergehen.

Gott sagt in der Bibel, dass er uns ein Leben in Fülle schenken will; also ich sehe in solchen Momenten nicht gerade die Fülle sondern eher die Leere. Aber Gott hat uns ein Leben in Fülle versprochen, nicht ein Leben in Fülle mit Partner und Kids.

Ich habe mich im 2020 oft gefragt, ob meine Vorstellung vom Leben in Fülle dieselben sind wie die Fülle, die Gott für mich bereit hat. Ich glaube, dass die Fülle im Leben nicht lediglich heiraten und Kinder grossziehen ist, sondern dass das Leben noch sooo viel mehr bereit hat – wir es jedoch oft auf diese paar Dinge reduzieren. Seit ich jedoch der Fülle Gottes nachjage, entdecke ich so viel Neues, wie das Schreiben für diesen Blog; den Mut zu haben Themen anzusprechen, wie auch kritische und herausfordernde Fragen zu stellen. Zudem habe ich sehr viel Wertvolles erlebt, wie z. B. dass ich einen grossen Einfluss auf Kids in meinem Freundeskreis habe, diese prägen wie ihnen auch Dinge lernen kann und nicht einfach nur eine nette Kinderhüte bin.

Denkst du jetzt: «Wie soll das gehen, soll ich all meine Wünsche & Vorstellungen an den Nagel hängen?!» Natürlich nicht, die dürfen und sollen da sein, nur glaube ich, ist es eine Frage des Fokus. Wo liegt dein Fokus?

Lasst uns mehr über diese unerfüllten Wünsche und den enthaltenen Schmerzen sprechen. Ich weiss, es ist nicht sehr sexy, doch geht es so vielen Frauen ähnlich und warum sprechen wir nicht darüber?! Es ist doch ein Fakt, dass ich mir mein Leben in diesem Lebensabschnitt anders vorgestellt habe, als worin ich mich nun befinde (fühlt sich dann eben oft als Plan B an). Die Frage ist jetzt einfach: Worauf lege ich meinen Fokus? Zwei Möglichkeiten:

  1. Ich bleibe in meiner Bitterkeit und wälze mich genüsslich in meinem Selbstmitleid, was sehr lukrativ aussieht, mich aber wohl nie würde aufblühen lassen.
  2. Ich raufe mich immer und immer wieder zusammen, stehe auf, klopfe den Dreck von mir ab und marschiere weiter.

 

Es hat Zeiten gegeben, in denen musste ich mich alle paar Tage „neu“ sortieren, aufstehen und weitergehen. Die Alternative vom Selbstmitleid-Wellness ist in solchen Momenten dann schon sehr lukrativ – jedoch weiss ich, dass es mir nicht gut tut und mich nicht weiterbringt. So stehe ich immer wieder und wieder auf!

Für mich ist der Gedichteschreiber David aus der Bibel ein grosses Vorbild. Zu Beginn in den Psalmen klagt er Gott an, was alles nicht läuft und wie er es sich anders vorstellen würde. Jedoch irgendwann mitten im Psalm wechselt er seine Sicht. Er lobt und dankt Gott für alles,  was er für ihn getan hat. – Eben der Fokus!

Es ist allein deine Entscheidung, welcher Fülle und welchem Fokus du in deinem Leben nachjagst. Es wird vielleicht nicht einfach, aber es wird sich lohnen, weil du so viel Neues, Bereicherndes, Erfüllendes entdecken wirst.

Du bist berufen in der Fülle zu leben und nicht im Plan B!

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2 Comments
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Alle Kommentare
Christa Lenz
Christa Lenz
3 Jahre vorher

Brigitta
Brigitta
1 Jahr vorher

Hey Rebekka, wunderbar geschrieben ❤️

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Ich interessiere mich für deine Gedanken, bitte kommentierex