LIEBE VS. ANGST

Wenn die Liebe uns ganz erfüllt, vertreibt sie sogar die Angst. Wer sich also fürchtet und vor der Strafe zittert, der kennt wirkliche Liebe noch nicht.

Zum Thema Liebe gibt es bereits sehr viele und sehr unterschiedliche Berichte. Warum wähle ich aber nun die wunderschöne Liebe mit der hässlichen Angst als Titel? Die beiden sind Gegner und stehen sich im Kampf gegenüber. Nur einer kann gewinnen.

Die Angst scheint ein unbezwingbares Gefühl zu sein. Jeder erlebt sie in unterschiedlichen Momenten. Manche haben Angst vor der Dunkelheit, vor Spinnen oder vor gewissen Situationen wie finanziell den nächsten Monat zu überstehen oder vor einem wichtigen Gespräch. Oftmals sind es Ängste vor Ablehnung und vor Versagen. Es sind persönliche Herausforderungen, die unbezwingbar wirken. Und jedesmal fühlst du dich eingeengt und machtlos, wenn sich die Angst breit macht. Muss das sein?

In der Bibel, 1. Johannes 4.18 (einer meiner Lieblingsverse) steht folgendes:
Wenn die Liebe uns ganz erfüllt, vertreibt sie sogar die Angst.
Wer sich also fürchtet und vor der Strafe zittert, der kennt wirkliche Liebe noch nicht.

Wenn wir der Bibel glauben, kann die Angst vertrieben werden. Durch die Liebe! Gott ist Liebe (1. Joh. 4) und er liebt uns bedingungslos! Wenn diese Liebe uns erfüllt und wir völlig in dieser Liebe/in Gott eintauchen, erkennen wir unseren unschätzbaren Wert. Und dadurch erblasst die Angst. Neben dieser grossen Liebe verliert sie ihre Macht. Durch Gott in uns können wir Grosses vollbringen. Wie zum Beispiel die Angst überwinden.

Eigentlich wäre es so einfach, aber die Angst mit der Liebe zu besiegen, ist manchmal ganz schön schwierig. Es ist oft ein Prozess und der Durchbruch passiert nicht von heute auf morgen. Ein kleines Beispiel aus meinem Leben: Wie ich im Beitrag «ANFÄNGE UND IHRE HERAUSFORDERUNGEN» geschrieben habe, hatte ich Angst, diesen Blog zu veröffentlichen. Ich hatte Angst vor den Reaktionen: «Was werden die Leute von mir denken?» Ich weiss aber, dass ich von Gott geliebt werde, dass er unzählige gute Gedanken über mich hat und somit spielt es doch für mich keine Rolle, was andere Menschen von mir denken könnten. Ich habe mich bewusst entschieden, nicht den Weg der Angst zu wählen und dem Gefühl der Angst keinen Raum zu lassen, sondern mit dem Vertrauen auf Gottes Liebe vorwärts zu gehen. Ich wollte nicht stehen bleiben und mich verkriechen, ich wollte den Blog veröffentlichen.

Wie kannst du aber diese Liebe erleben? Am besten beginnst du mit einem simplen Gebet: «Gott, ich möchte deine Liebe erleben.» Und dann wartest du mal. Vielleicht fühlst du etwas? Vielleicht kommt dir ein Gedanke? Vielleicht passiert aber auch nichts – das ist völlig in Ordnung. Gib aber nicht auf, sondern versuch es ab und zu wieder. Es heisst: «Wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden. Ja, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, will ich mich von euch finden lassen.»

Es braucht aber auch unsere Entscheidung, uns nicht länger von der Angst bestimmen zu lassen. Eine Entscheidung gegen die Angst erfordert Glauben und Vertrauen, besonders wenn man nicht kontrollieren kann, was danach passiert. Als Kinder Gottes müssen wir wissen, dass Gott uns liebt und unterstützt und uns nie fallen lässt. Es kostet aber auch Mut und Überwindung, einen solchen Schritt zu wagen. Mut bedeutet, eine Tat trotz Angst zu tun. Wenn ich mich gegen die Angst entscheide, bedeutet das nicht, dass ich nun das Gefühl der Angst nicht mehr fühle, aber ich weiss, dass Gott bei mir ist und ich mich der Angst nicht beugen werde. In der Bibel steht: «Fürchte dich nicht!». Wenn ich weiss, dass Gott bei mir ist, wovor sollte ich mich dann fürchten? Wir müssen lernen, dass wir über unseren Gefühlen stehen. Jesus hatte auch Angst im Garten Gethsemane kurz vor seinem Tod. Trotzdem vertraute er Gott und wählte diesen Weg. Und daraus ist ein riesiges Wunder für die ganze Welt geschehen! Wovor hast du Angst? Kannst du dich bewusst entscheiden, deine Angst zu überwinden und die Herausforderung anzunehmen? Vielleicht will Gott daraus auch etwas Wunderbares schaffen, das noch grösser ist, als du dir vorstellen kannst…

Wenn ich mich gegen die Angst entscheide, bedeutet das nicht, dass ich nun das Gefühl der Angst nicht mehr fühle. Aber ich weiss, dass Gott bei mir ist und ich mich der Angst nicht beugen werde.

Neben unserer Entscheidung für die Liebe und gegen die Angst, ist es schön, Menschen in unserem Umfeld zu haben, die uns unterstützen. Ich weiss, dass einige Freunde, die meinen Blog nun lesen, denken: Endlich hat sie ihn veröffentlicht. ;) Und der wichtigste Punkt ist natürlich, den Prozess mit Gott zusammen im Gebet zu durchlaufen und immer wieder neu vor ihn zu kommen, mit ihm die bisher erfolgreichen Schritte zu feiern oder hinzugucken, welcher der nächste Schritt sein wird.

Übrigens: In Entscheidungen achte ich besonders darauf, sie nicht von der Angst bestimmen zu lassen. Die Angst ist ein schlechter Ratgeber. Beispielsweise hatte ich (aus früheren negativen Erlebnissen) Angst, in eine Beziehung zu starten. Am liebsten wollte ich gar keine Beziehung mehr führen und alleine bleiben. Jedoch wusste ich, dass Gott Beziehungen liebt und ich wusste, dass sein Plan für mein Leben auch eine Ehe beinhaltet. Vielleicht kennst du diesen Widerspruch. Du kennst Gottes Willen, aber alles in dir steht dagegen auf – vielleicht aus Angst? Mit Gottes Hilfe konnte ich mich aber schlussendlich ohne Angst für die Beziehung mit meinem Mann entscheiden und dann nach weiteren Prozessen sogar für die Ehe! :) (Das ist aber eine längere Geschichte und es gäbe viel zu erzählen, mein Prozess hier dauerte über zwei Jahre.) Hätte ich mich von der Angst leiten lassen, wäre ich nie in die Beziehung gestartet.
Es gibt natürlich viele kleinere Entscheidungen, die wir täglich zu treffen haben, um uns bewusst nicht von der Angst leiten zu lassen. Zum Beispiel in Gesprächsrunden: Soll ich zu diesem Thema etwas sagen oder was denken dann die anderen? Soll ich diese Person ansprechen oder für sie beten? Soll ich ein Auslandaufenthalt machen oder verliere ich dann meine Freunde? – Du kennst bestimmt weitere solcher Situationen.

Nimm dir kurz einige Minuten Zeit, folgende konkreten Fragen zu beantworten:

  •  Wo denkst du, will Gott dich gebrauchen?
  • Wovor hast du Angst und wo lässt du dich bremsen?
  • Beginne den Prozess mit einem Gebet «Gott, lass mich deine Liebe erleben.», fälle deine Entscheidung für die Liebe und gehe ihn zusammen mit Gott im Gebet an, was denkt er darüber

Die Angst ist ein grosser Hinderungsgrund, unser Potenzial zu entdecken und darin Schritte zu tun. Sie hält uns von Gottes Plan ab und bremst uns, den eigentlichen Weg zu gehen, für den wir berufen sind. Ein sogenannter «Angstpunkt» in meinem Leben ist das Reden vor Leuten. Da bin ich schon länger dran und glaube an einen Durchbruch. Das Veröffentlichen dieses Blogs ist ein weiterer Schritt auf meinem Weg in der Liebe Gottes zu wandeln und meinem Herzen eine Stimme zu geben.

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