UND SICH DANN IN STÄRKE VERWANDELT (2/2)

Es ist das eine zu vergeben, aber etwas anderes in der neu gewonnenen Freiheit Schritte zu tun und ab diesem Zeitpunkt den Unterschied zu vorher zu erleben.

Im ersten Teil habe ich davon geschrieben, dass meine Vergangenheit zum Feind wurde. Ich habe davon geschrieben, wie Vergebung in unseren Herzen viel freisetzt. Wie ich durch Versöhnung an die Vergangenheit und die Erlebnisse denken kann, aber ohne diesen Stachel des Schmerzes zu fühlen.
Nun folgt der zweite Teil. Wie sich dieser Feind namens Vergangenheit in meine Stärke und sogar zu meinem Freund verwandelt hat:

Nach der Versöhnung mit meiner Vergangenheit, habe ich gemerkt, wie viele schlechte Gedankenmuster noch in meinem Kopf vorhanden sind. Es ist das eine zu vergeben, aber etwas anderes in der neu gewonnenen Freiheit Schritte zu tun und ab diesem Zeitpunkt den Unterschied zu vorher zu erleben. Es war, als hätte ich neue Schuhe bekommen, aber müsste wieder von vorne lernen, zu gehen. Gerne erzähle ich anhand eines Beispiels, wie das konkret aussah:
Da in meinen Augen viele Türen in meine Berufung geschlossen wurden, überkam mein Herz eine Bitterkeit, wenn ich an meine Zukunft dachte. Dass ich noch nicht dort war, wo ich zu sein wünschte. Viele Fragen kamen dann hoch, ob ich am falschen Ort sei und ob ich etwas falsch mache. In dieser Zeit habe ich ein Buch geschenkt erhalten. «Wer hat mein Gehirn ausgeschaltet?» von Caroline Leaf. Sie ist eine Hirnforscherin und sagt, dass sich in 21 Tagen ein neuer Gedanke in unserem Hirn festsetzen kann, der den alten ersetzt. Sie hat in ihrer Doktorarbeit einen sogenannten «Brain-Sweep» entwickelt, einen Fragenkatalog, bei deren Beantwortung ein neuer Gedanke gebildet wird. So habe ich das Buch an nur einem Tag durchgelesen und den Fragenkatalog beantwortet. Mit den neuen Gedanken habe ich vier A4-Seiten gefüllt! Diese habe ich 21 Tage lang morgens und abends durchgelesen und aufgesagt, um neue Gedanken in meinem Gehirn anzulegen. (Während diesen Tagen gab es viele emotionale Höhen und Tiefen. Davon zu erzählen, ist in diesem Beitrag nicht der richtige Zeitpunkt.) Zu obigem Beispiel mit der Bitterkeit habe ich folgende Sätze aufgeschrieben, die ich aus der Bibel kannte:
Ich lasse die Bitterkeit hinter mir und greife nach dem Vertrauen, dass Gott alles gut werden lässt.  und Ich bin genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort, weil ich glaube, dass Gott mein Leben führt. (nach Römer 8.28, Psalm 23, Esther 4.14). Diese Umformulierung ergab einen entgegengesetzten Fokus, eine komplett andere Perspektive. Durch diese Sätze haben sich meine Gedanken erneuert und ich habe meine Vergangenheit genutzt, dass sie mir dient. Dadurch wurde die Schwäche der Bitterkeit, die mich immer wieder runterziehen konnte, in eine Stärke des Vertrauens in Gott umgewandelt, die Hoffnung in mir schuf. So wurde und wird meine Vergangenheit zur Stärke. Ich sage mir diese Sätze auch jetzt noch ab und zu auf und sie haben immer dieselbe Wirkung: Vertrauen und Hoffnung wächst in mir. Gott ist es möglich, den Dreck meiner und Deiner Vergangenheit in eine schöne Blume zu verwandeln.

Es entscheidet über unser Leben, wie wir mit dem umgehen, was in unserem Herzen passiert.

Durch dieses Erneuern meiner Gedanken, hat sich tatsächlich vieles verändert. Das zeigt ausserdem, wie wichtig es ist, die Bibel zu kennen und die Wahrheiten herauszusuchen. Nach und nach sah ich so viele positive Dinge in der Vergangenheit, wofür ich dankbar wurde. Meine Projekte, die zwar nicht immer so liefen wie ich mir vorgestellt hatte, woraus ich aber so viel lernen konnte. Über Organisation und Planung, über Leiterschaft und Teams, über Liebe und Freundschaft. Ich wurde dankbar für meinen Job, der mir Stabilität gegeben hat, obwohl sich daneben sehr viel gleichzeitig verändert hat. Für meinen Ehemann und meine Familie, die immer da waren, in Höhen und Tiefen und die mich unterstützen. Und in all diesen Erlebnissen habe ich Gott so viel besser kennen gelernt. Seine Treue und seine Barmherzigkeit, seine Stärke und seine Nähe.

Ich habe gelernt, die Vergangenheit mit all ihrer Schwere loszulassen. Wenn ich sie Gott hinhalte, geht er mit mir einen neuen Weg. Er zeigt mir seine Perspektive, die so viel hoffnungsvoller ist als meine eigene (s. obengenannte Sätze durch den BrainSweep). Durch die Umwandlung der Schwäche, wird die Vergangenheit zur Stärke.
Ich bin wirklich so dankbar für meine Vergangenheit und was daraus erwachsen ist. Ich bin dankbar für mein Leben, dass ich an diesem Punkt stehen kann, an dem ich heute stehe. Durch Dankbarkeit wird meine Vergangenheit zum Freund. Heute lebe ich in einer neuen Freiheit und Unbeschwertheit. Klar, bin ich manchmal immer noch im Lernprozess, wie ich in der neuen Freiheit im Alltag leben kann – ohne in meine alten Muster zu verfallen. Aber dieser Prozess hat mein Heute verändert. Ich erlebe meine Welt farbiger und kann mein Leben geniessen. Ich nehme die wärmende Sonne wahr, die kunstvollen Blüten und Blätter der Bäume mit ihrem jeweiligen Duft. Vorher ging ich irgendwie blind durch die Welt und habe diese Dinge oft nicht bemerkt. Meine Vergangenheit wurde erlöst und ich kann den Moment wieder geniessen, in dem ich genau jetzt lebe. Und ich wage sogar, wieder zu träumen und mir auszumalen, was in der Zukunft alles möglich wäre. Einfach, weil ich weiss, dass Gott gut ist, er immer da ist und er mich nie fallen lässt – auch ausserhalb meiner Komfortzone nicht.

Es lohnt sich, an unserem Herzen zu arbeiten. Es lohnt sich hinzuschauen, wo ewas schmerzt und es lohnt sich noch viel mehr, sich geduldig darum zu kümmern. Es entscheidet über unser Leben, wie wir mit dem umgehen, was in unserem Herzen passiert.

  • Wie geht es deinem Herzen?
  • Wo wünschst du dir mehr Freiheit?
  • Möchtest du mit jemandem Erfahrenen darüber sprechen? (Melde dich, wenn du niemanden im Umfeld hast, ich habe Kontakte zu Menschen, die dich gerne unterstützen)

Mehr als alles andere behüte dein Herz;
denn von ihm geht das Leben aus.
Sprüche, 4.23

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